News

Ergebnisse der COP25 Klimakonferenz in Madrid


– Trotz starker Verzögerung und vieler Uneinigkeiten bleibt der Weg klar  –

Keine Einigung im Handel mit Klimazertifikaten.

Die fast 27.000 Delegierten aus allen Regionen der Erde kamen in Madrid zur COP25 Klimakonferenz, um die Rahmenbedingungen des Pariser Klimaabkommens zu finalisieren – ein Prozess, der eigentlich spätestens im Jahr 2020 abgeschlossen sein sollte. Diese Regeln haben immense Bedeutung für den CO2-Handel und weitere klimabezogene Kooperationen zwischen den Staaten wie multilaterale Projekte innerhalb der Energiewende  oder eines nachhaltigen Finanzsektors.

Man hatte gehofft, ein klares Signal der Ambition und Zielstrebigkeit bezüglich der Bemühungen um die Klimaneutralität und der Ernsthaftigkeit des europäischen Klimaprozesses an die Welt zu senden. Denn eines war und ist klar: Die Lücke zwischen den angestrebten Klimazielen und dem aktuellen Stand könnte breiter kaum sein.

o

Politische Entwicklungen bremsen den Umweltschutz.

Eine große Rolle spielen dabei Staaten wie Russland, Polen oder auch die USA unter Präsident Trump, die Klimaziele nicht aktiv verfolgen und den Maßnahmen zur Reduzierung der Klimaerwärmung weiterhin kritisch gegenüberstehen. Im Laufe der Konferenz sollte sich herausstellen, dass der Einfluss dieser Regierungen ein zunehmendes Problem im Kampf gegen den Klimawandel darstellt und den Einigungsprozess erschwert.  

Ein weiterer Punkt, der in Madrid ebenso beleuchtet wurde, ist das immense Einsparungspotential an umweltschädlichen Emissionen innerhalb der Wertschöpfungsketten unzähliger Unternehmen. Die Zuliefererbranche und das Einkaufsverhalten der Industrie wird in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen, wenn es um die Reduzierung von Treibhausgasen und den Einsatz alternativer Energien geht.

Obwohl im Vorfeld nicht davon ausgegangen wurde, dass die Länder mit den höchsten CO2-Emmissionen auf dem COP25 neue Handlungsziele ankündigen werden, rechnete man damit, zukunftsträchtige Kompromisse vereinbaren zu können. Doch ernüchternderweise scheiterten ernsthafte Strategien wieder an technischen Fragen und unterschiedlichen Ansichten zu grundlegenden Mechanismen, wie etwa dem regulatorischen Rahmen des Zertifikathandels.

Langsame Bewegung im Finanzsektor.

Es ist bekannt, dass die Erreichung der ambitionierten Klimaziele ohne die tatkräftige Unterstützung des Privatsektors wenig erfolgreich sein kann. Vor allem der internationale Finanzsektor muss und will seinen Teil beitragen.

Das World Resources Institute ließ verlautbaren, dass die Verlangsamung der Erderwärmung nur durch substantielle Investments in die Bereiche Effizienz und Kohlendioxid-freie Technologie erfolgreich sein wird.¹ 

Einige Investorengruppen reagierten darauf mit Versprechen, den Druck auf die Unternehmen durch ihre Mitbestimmungsrechte kontinuierlich zu erhöhen, sodass deren CO2-Emissionen und die der verbundenen Wertschöpfungsketten reduziert werden. Climate Action 100 +, eine Vereinigung von 370 Investoren, die insgesamt 35 Milliarden US-Dollar verwalten, konnte nach eigener Aussage bereits wichtige Erfolge in Gesprächen mit Unternehmen erzielen, die einen hohen Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen haben.

Keine Einigung bezüglich loss and damage.

Mehr denn je war der notwendige Einfluss der Finanzmärkte auf die Erreichung der Klimaziele daher Teil der Gespräche. Verschiedene Gruppen  äußerten sich hierzu, so etwa der GEF (Global Environment Facility) oder der GCF (Green Climate Fund). Beide konnten sich jedoch nicht auf eine klare Zielsetzung einigen, insbesondere die Finanzierung des Bereiches „loss and damage, also der Schäden, die durch den Klimawandel entstehen, wurde heftig diskutiert und schließlich auf das nächste Treffen in Glasgow verschoben.

Der Graben zwischen Politik und Klimabewegung wird breiter.

Mittlerweile gewöhnt die Welt sich daran, dass die bindende Finalisierung des Pariser Klimaabkommens ein sehr zäh laufender Prozess ist. Eine Betrachtung, die selbstverständlich in krassem Kontrast zu den prognostizierten Risiken und auch den immer lauter werdenden Stimmen der Protestierenden auf der ganzen Welt steht. Die Fridays For Future-Bewegung veranstaltete vor Beginn der Madrider COP25 Konferenz einen Protestzug, dessen anfänglicher Enthusiasmus jedoch im Treibsand der langsamen Gespräche schnell versickerte.

 

Zuwachs im Bereich nachhaltiger Investments durch strengere Gesetze erwartet.

Der Druck auf die Kapitalmärkte, Mittel in klimaneutrale Unternehmen und die Finanzierung von klimafreundlichen Projekten zu leiten, steigt also an. Nicht nur der Bereich SDG und Impact Investing wird im Jahr 2020 einen deutlichen Aufschwung erleben, sondern auch die Hintergrundstrukturen einiger großer Unternehmen dürften auf Umweltfreundlichkeit überprüft und neu danach ausgerichtet werden.

Der PRI (Principles for Responsive Investing ) sagt voraus, dass diejenigen Unternehmen mit dem höchsten Ausstoß an Kohlendioxid bis zum Jahr 2025 über 40 Prozent ihres Wertes verlieren könnten, wenn sie nicht rechtzeitig auf die veränderten Anforderungen reagieren sollten.³

Gerade neue Regulierungen und Gesetzesänderungen, die strengere Vorgaben zu Klimaneutralität und Umweltbewusstsein forcieren, bringen viele Unternehmen dazu, sich langsam aber stetig in eine grünere Zukunft zu bewegen.

Die Welt ist gespannt auf Glasgow 2020.

Die diesjährige Konferenz in Madrid war gegenüber den hohen Erwartungen, die Organisationen wie Fridays For Future bewusst provozieren, eine Enttäuschung. Die meisten drängenden Entscheidungen wie die finalen Regelungen zum Handel mit Klimazertifikaten wurden auf das nächste Treffen im November in Glasgow verlagert.

Dennoch hat das COP25 in Madrid  gezeigt, dass das Bewusstsein für unmittelbare Handlungen präsent und die Ziele des Pariser Klimaabkommens nach wie vor lebendig sind. Vor allem der Finanzsektor hat seine Verantwortung und die wichtige Rolle, die er in einer nachhaltigen Gesamtentwicklung spielt, betont.

Es liegt nun an der nächsten Klimakonferenz in Glasgow, noch in 2020 Antworten auf drängende Fragen wie „loss and damage“, und den CO2-Handel zu finden.

o

o

Nachhaltigkeit ist das Wort der Stunde. 

Sie interessieren sich für nähere Informationen zu unserem von der Heydt Green Bond Management, dem von der Heydt ESGplus Ansatz, unserem von der Heydt Direct Impact Engagement Prozess oder dem von der Heydt Direct Impact Label?

Lassen Sie sich von uns auf dem Weg in eine nachhaltige Entwicklung begleiten. Für eine fortschrittliche Entwicklung und notwendige Veränderungen in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft.

Wir lassen Ihnen gerne nähere Informationen zukommen!

Keine Einigung im Handel mit Klimazertifikaten.

Die fast 27.000 Delegierten aus allen Regionen der Erde kamen in Madrid zur COP25 Klimakonferenz, um die Rahmenbedingungen des Pariser Klimaabkommens zu finalisieren – ein Prozess, der eigentlich spätestens im Jahr 2020 abgeschlossen sein sollte. Diese Regeln haben immense Bedeutung für den CO2-Handel und weitere klimabezogene Kooperationen zwischen den Staaten wie multilaterale Projekte innerhalb der Energiewende  oder eines nachhaltigen Finanzsektors.

Man hatte gehofft, ein klares Signal der Ambition und Zielstrebigkeit bezüglich der Bemühungen um die Klimaneutralität und der Ernsthaftigkeit des europäischen Klimaprozesses an die Welt zu senden. Denn eines war und ist klar: Die Lücke zwischen den angestrebten Klimazielen und dem aktuellen Stand könnte breiter kaum sein.

o

Politische Entwicklungen bremsen den Umweltschutz.

Eine große Rolle spielen dabei Staaten wie Russland, Polen oder auch die USA unter Präsident Trump, die Klimaziele nicht aktiv verfolgen und den Maßnahmen zur Reduzierung der Klimaerwärmung weiterhin kritisch gegenüberstehen. Im Laufe der Konferenz sollte sich herausstellen, dass der Einfluss dieser Regierungen ein zunehmendes Problem im Kampf gegen den Klimawandel darstellt und den Einigungsprozess erschwert.  

Ein weiterer Punkt, der in Madrid ebenso beleuchtet wurde, ist das immense Einsparungspotential an umweltschädlichen Emissionen innerhalb der Wertschöpfungsketten unzähliger Unternehmen. Die Zuliefererbranche und das Einkaufsverhalten der Industrie wird in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen, wenn es um die Reduzierung von Treibhausgasen und den Einsatz alternativer Energien geht.

Obwohl im Vorfeld nicht davon ausgegangen wurde, dass die Länder mit den höchsten CO2-Emmissionen auf dem COP25 neue Handlungsziele ankündigen werden, rechnete man damit, zukunftsträchtige Kompromisse vereinbaren zu können. Doch ernüchternderweise scheiterten ernsthafte Strategien wieder an technischen Fragen und unterschiedlichen Ansichten zu grundlegenden Mechanismen, wie etwa dem regulatorischen Rahmen des Zertifikathandels.

Langsame Bewegung im Finanzsektor.

Es ist bekannt, dass die Erreichung der ambitionierten Klimaziele ohne die tatkräftige Unterstützung des Privatsektors wenig erfolgreich sein kann. Vor allem der internationale Finanzsektor muss und will seinen Teil beitragen.

Das World Resources Institute ließ verlautbaren, dass die Verlangsamung der Erderwärmung nur durch substantielle Investments in die Bereiche Effizienz und Kohlendioxid-freie Technologie erfolgreich sein wird.¹ 

Einige Investorengruppen reagierten darauf mit Versprechen, den Druck auf die Unternehmen durch ihre Mitbestimmungsrechte kontinuierlich zu erhöhen, sodass deren CO2-Emissionen und die der verbundenen Wertschöpfungsketten reduziert werden. Climate Action 100 +, eine Vereinigung von 370 Investoren, die insgesamt 35 Milliarden US-Dollar verwalten, konnte nach eigener Aussage bereits wichtige Erfolge in Gesprächen mit Unternehmen erzielen, die einen hohen Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen haben.

Keine Einigung bezüglich loss and damage.

Mehr denn je war der notwendige Einfluss der Finanzmärkte auf die Erreichung der Klimaziele daher Teil der Gespräche. Verschiedene Gruppen  äußerten sich hierzu, so etwa der GEF (Global Environment Facility) oder der GCF (Green Climate Fund). Beide konnten sich jedoch nicht auf eine klare Zielsetzung einigen, insbesondere die Finanzierung des Bereiches „loss and damage, also der Schäden, die durch den Klimawandel entstehen, wurde heftig diskutiert und schließlich auf das nächste Treffen in Glasgow verschoben.

Der Graben zwischen Politik und Klimabewegung wird breiter.

Mittlerweile gewöhnt die Welt sich daran, dass die bindende Finalisierung des Pariser Klimaabkommens ein sehr zäh laufender Prozess ist. Eine Betrachtung, die selbstverständlich in krassem Kontrast zu den prognostizierten Risiken und auch den immer lauter werdenden Stimmen der Protestierenden auf der ganzen Welt steht. Die Fridays For Future-Bewegung veranstaltete vor Beginn der Madrider COP25 Konferenz einen Protestzug, dessen anfänglicher Enthusiasmus jedoch im Treibsand der langsamen Gespräche schnell versickerte.

 

Zuwachs im Bereich nachhaltiger Investments durch strengere Gesetze erwartet.

Der Druck auf die Kapitalmärkte, Mittel in klimaneutrale Unternehmen und die Finanzierung von klimafreundlichen Projekten zu leiten, steigt also an. Nicht nur der Bereich SDG und Impact Investing wird im Jahr 2020 einen deutlichen Aufschwung erleben, sondern auch die Hintergrundstrukturen einiger großer Unternehmen dürften auf Umweltfreundlichkeit überprüft und neu danach ausgerichtet werden.

Der PRI (Principles for Responsive Investing ) sagt voraus, dass diejenigen Unternehmen mit dem höchsten Ausstoß an Kohlendioxid bis zum Jahr 2025 über 40 Prozent ihres Wertes verlieren könnten, wenn sie nicht rechtzeitig auf die veränderten Anforderungen reagieren sollten.³

Gerade neue Regulierungen und Gesetzesänderungen, die strengere Vorgaben zu Klimaneutralität und Umweltbewusstsein forcieren, bringen viele Unternehmen dazu, sich langsam aber stetig in eine grünere Zukunft zu bewegen.

Die Welt ist gespannt auf Glasgow 2020.

Die diesjährige Konferenz in Madrid war gegenüber den hohen Erwartungen, die Organisationen wie Fridays For Future bewusst provozieren, eine Enttäuschung. Die meisten drängenden Entscheidungen wie die finalen Regelungen zum Handel mit Klimazertifikaten wurden auf das nächste Treffen im November in Glasgow verlagert.

Dennoch hat das COP25 in Madrid  gezeigt, dass das Bewusstsein für unmittelbare Handlungen präsent und die Ziele des Pariser Klimaabkommens nach wie vor lebendig sind. Vor allem der Finanzsektor hat seine Verantwortung und die wichtige Rolle, die er in einer nachhaltigen Gesamtentwicklung spielt, betont.

Es liegt nun an der nächsten Klimakonferenz in Glasgow, noch in 2020 Antworten auf drängende Fragen wie „loss and damage“, und den CO2-Handel zu finden.

o

o

Nachhaltigkeit ist das Wort der Stunde. 

Sie interessieren sich für nähere Informationen zu unserem von der Heydt Green Bond Management, dem von der Heydt ESGplus Ansatz, unserem von der Heydt Direct Impact Engagement Prozess oder dem von der Heydt Direct Impact Label?

Lassen Sie sich von uns auf dem Weg in eine nachhaltige Entwicklung begleiten. Für eine fortschrittliche Entwicklung und notwendige Veränderungen in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft.

Wir lassen Ihnen gerne nähere Informationen zukommen!

¹ ‘8 Things You Need to Know About the IPCC 1.5˚C Report’

² UN Environment Programme, Emissions Gap Report 2019

³Forecast Policy Scenario: Equity Markets Impacts’

Sebastian Liebscher
Business Management
Bankhaus von der Heydt – seit 1754
Tel: +49 89 2060657-70
Fax: +49 89 2060657-10
Mail: s.liebscher@1754.de 
Widenmayerstr. 3 | 80538 München | www.1754.de